Den Saal nicht einfach zu verlassen! Wenn’s um die Sache geht. Das steht für Rückgrat, Charakter und besonderes Engagement. Als früherer Vorsitzender der CDU-Fraktion von Sachsen-Anhalt hat sich heute Guido Heuer als wahrer, freier Demokrat bewiesen. Wider allem Duckmäusertum, blindem Mitläufergehorsam und zentralgesteuerter Gleichschaltungs-Tricks.

 

Es bleibt zu hoffen, dass es noch mehr mutige CDU-Abgeordnete gibt – echte Demokraten, die im Dezember nicht gewillt sind, den Plenarsaal des Landtags von Sachsen-Anhalt zu verlassen, um sich so mit politischem und sozialem Druck zu einem verordneten Wahlentscheid nötigen zu lassen. Ganz entgegen des parlamentarischen Grundsatzes, dass Parlamentarier doch eigentlich den Interessen ihrer Wähler verpflichtet sein sollten. Und bei Ausübung ihres Mandats nach moralisch bestem Wissen und Gewissen zu handeln haben.

Wichtiger Zusatz und kleine Erinnerung von einem unserer größten deutschen Demokraten: „Zwar verlangt die Mehrheit Gehorsam im demokratischen Prozess, das eigene Gewissen bleibt jedoch die höchste Kontrollinstanz des Politikers“. So Helmut Schmidt in seiner „Weltethos-Rede“ im Jahr 2007 an der Universität Tübingen.

Was würde Helmut Schmidt wohl morgen wählen?

Im krassen Gegensatz zur freiheitlichen Grundordnung der früheren Bundesrepublik Deutschland steht hier jene CDU-Dienstanweisung zur kollektiven Wahlverweigerung. Nur um bloß nicht in den Verdacht zu geraten, dass es aus Reihen der CDU möglicherweise Stimmen geben könnte, die sich entgegen der Fraktionsorder für einen neuen, politischen Wandel im SED-posttraumatisierten Zeitgeist aussprechen. Da sollte es auf dem politischen Parkett wahrlich höhere Prioritäten geben. Bitter, ganz bitter ist das.

„Ich selber bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich den Saal nicht verlassen werde“, sagte Heuer heute in einem Interview mit dem Nachrichten-Forum „Nius“. Zu seinem speziellen Wahlverhalten wollte sich Heuer nicht weiter festlegen: „Ich werde mich vor keiner geheimen Wahl und auch nach einer geheimen Wahl nicht dazu erklären“. Recht hat er, wozu gibt es denn geheime Wahlen…

Einer muss es ja ausbaden

Ich will auch selber entscheiden, wem ich von meiner Wahlentscheidung erzähle – und wem nicht. Dass ich als ehemals überzeugter Grünwähler auch schon mal die Tierschutzpartei gewählt habe, sei hier unter vorgehaltener Hand nur am Rande erwähnt. Ich finde es erschreckend, wie stark einst unabhängige, frei denkende Individuen aus Angst vor gesellschaftlichen Repressalien den absurdesten Maßregelungen hinterherlaufen und brav das historische Lied der blinden Führer-Gefolgsamkeit singen.

Egal wie gaga alle Wokeness-Diversitäts-Gender-Verordnungen auch klingen. Trotz aller Mitläufer*innen freue ich mich, dass es noch immer mehr als genug gesunden Menschenverstandes gibt. Und man mit klugen Freigeistern diskutieren und sich gegebenenfalls auch inspirieren lassen kann. Vor allem oder gerade, wenn man nicht gleicher Meinung ist.

Der Diskurs bringt voran, bereichert und kann obendrein auch noch Spaß machen. Das verstehe ich unter Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und gegenseitiger Wertschätzung. Und das ist heuer wichtiger denn je.

 

Sam Lazay

 

lebalcony – coole Typen und aufrechte Demokraten aus Winterhude bis darüber hinaus:

 

Asti. Auf einen Espresso mit Fiorenzo!

Berlin. Sam Lazay sucht seinen Volksvertreter

Kuhnswegbunker-Abriss – die 17-te. Kamera läuft!

Akademie an der Einsteinstraße. Wo eine Träne der Trauer kullert, schillern tausende der Freude nach…

Und wir sollten nie vergessen. Uns auch auf das Marketing des Lebens zu fokussieren:

 

Sam Lazay has great Genes. Even when he wears no Jeans