Jung von Matt liefert zukunftsweisende Z-Worte: Z wie Zuversicht. Z wie Zusammen. Möglw.: Z wie Zahnschmerzen? Z wie Zielorientierungslosigkeit? Z wie Zwergpudelmützenträger*in? Z wie Zu-die-Augen!–und-durch!?
Ist ja auch allerhöchste Eisenbahn! Denn: Orientierungslos, ohne Treibstoff, mit leeren Inhalten, mangels Chance natürlicher Energien, dümpelt der Grünen Pott hilflos im Ozean der Realität. An Bord: eine bewährt talentfreie Besatzung. Weder lebenserfahren, noch lösungsorientiert. Dafür resistent gegen jedes Unmuts-Gedröhn. Aber: stets die Haare schön! Oder wie es der neue Schwarzkopf-Modell-Kandidat sowie aktueller Grünen-Kanzlerkandidat in aller Unklarheit auf den Punkt bringt – Zitat Grünen-Parteitag vom 17.11.2024:
„Der Anspruch auf Führung, er wächst nicht aus der persönlichen Eitelkeit sondern aus der Objektivität der Wirklichkeit!“
Oha! – ja, die grüne Zukunft sah schon mal rosiger aus.
Doch, keine Panik auf der grünen Titanic. In allergrößter Not – oder besser: zum Glück gibt’s ja Werbeagenturen. Die machen ins Straucheln geratene Produkte wieder flott. Bringen sie mit neuer, erkenntnisreicher Wahrnehmung wieder auf Kurs. Damit’s dem Endverbraucher – trotz aller Produktschwächen – am Ende wieder schmeckt. Und die Marktanteile des Produktes – in diesem Fall, der Partei wieder gesichert sind.
Die Grünen, zu deren feurigen Anhängern ich seit ihren Gründertagen in den 80-ern gehörte, wurde einst als engagierte Alternative für aktiven Umweltschutz und eine bessere Welt wahrgenommen. Sozialliberal geprägt, mit basisdemokratischem, gewaltfreiem Zielerreichungs-Plan. Werte, die mir meine Eltern mit auf den Weg gaben – und von klugen Köpfen wie Otto Schily, Joschka Fischer, Petra Kelly glaubhaft und konsequent vertreten wurden. So dass ich selber zu einem überzeugten Grün-Wähler wurde.
Doch seit etlichen Jahren fühle ich mich von den aktuellen Vertretern der grünen Ideologie immer mehr verbaerbockt, verhabeckt, getäuscht und böse zum Narren gehalten. Kriegstreiberei, Wirtschaftsrestriktion, Bürokratieförderung, Zuwanderungsfreiheit kann nicht die Basis einer gesunden Zukunft und politischer Überzeugungsarbeit sein.
Das ist nicht nur schade. Sondern peinlich. Doch was soll man von praxisfernen Volksvertretern auch anderes erwarten. Mit Jung von Matt als Deutschlands Vorzeigeagentur Nr. 1 und Retter in der Not, sollte man meinen, dass hier eine überzeugende, neue Werbekampagne, mit frischer Begeisterung für eine eigentlich gute Sache punktet.
Doch, wie wir wissen: es ist nicht immer leicht, coole Ideen und spitze Sprüche zu finden. Daher kann der Kampagnenansatz nur als schneller Griff in die Erste-Hilfe-Kiste der Kommunikation gewertet werden.
Die Frage sei daher erlaubt, ob es eine gute Idee ist, wenn es sich die Grünen mit JvM im Biedermeier-Sessel des Altbewährten bequem machen – anstatt klare Fehler einzugestehen, gegebenenfalls Reue zu zeigen und wieder mutig zu ihrem eigentlichen Wählerauftrag und zu stehen. Mit Sicherheit wäre es hier an der Zeit für unmissverständliche Veränderungen. Doch Obacht, das könnte ja als böser „Populismus“ interpretiert werden.
Daher bleibt man beim klassischen Werbeauftritt: hübsches Foto. Plus a bisserl volksnahe Polit-Vokabeln. Also alles wie gehabt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Wähler nicht zu blöd sind, um die hier zur Schau getragene Nicht-Veränderungsbereitschaft zu durchschauen. Idealerweise könnten sich bei geneigten Kampagnen-Betrachtern die Z-Wörter auch schnell verselbstständigen:
Man stelle sich vor:
ein kompetentes Foto von Dr. Robert H. aus Lübeck. Dazu das Z-Wort: Zwangsgebührend. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein hübsches Foto von Annalena B. aus Hannover. Dazu das Z-Wort: Zuckersüss. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Ode: ein gediegenes Foto von Cem Ö. aus Urach. Dazu das Z-Wort: Zentralislamisiert. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein frohlockendes Foto von Claudia R. aus Ulm. Dazu das Z-Wort: Zuwanderungstsunami. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein solides Foto von Winfried K. aus Spaichingen. Dazu das Z-Wort: Zitronenverleih. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein vertrauenserweckendes Foto von Tessa G. aus Zwiesel. Dazu das Z-Wort: Zickenalarm. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein knackiges Foto von Ricarda L. aus Filderstadt. Dazu das Z-Wort: Zimmermädchenreport. Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
Oder: ein seriöses Foto von Anton H. aus München. Dazu das Z-Wort: Zooologo! Plus Slogan: Jung & Satt. Mit einem Zisch ist alles weg!
In diesem Sinne: Die Grünen – Zicke-Zacke, Zicke-Zacke – toi- toi – toi!
Bzw.: Zentralresümierend:
Der Erfolg einer Werbeagentur kann zweifellos auch zu enthemmter Exzentrik und obsessiver Selbstbeweihräucherung führen. Im Extremfall auch zu irreversibler Überheblichkeit. So dass man fest davon überzeugt ist, durch blosses Handauflegen Blinde wieder sehend zu machen. Resp. das orientierungslose Grünen-Chaos wieder mit erkennbarer Berufung zu versehen.
Rein optimistisch gesehen haben wir es hier vermutlich mit einer raffinierten Teaser-Kampagne zu tun. Wir dürfen also gespannt auf die Auflösung sein. Vielleicht entpuppt sich die Z-Kampagne zu guter Letzt ja ganz überraschende als komplexes A-Z eines gänzlich neuen Grünen-Programms!?
Jedenfalls wünsche ich all den wackeren Mädels und Jungs von JvM viel Glück und gutes Gelingen bei ihrer Mission.
Selber werde ich den Grünen Auftritt weiter verfolgen – und meine Grünanlagen auch in Zukunft mit viel Leidenschaft hegen und pflegen.
Euch allen ein schönes, neues Jahr! Mit Freude über jeden Kommentar…
Sam Lazay
lebalcony – coole Typen und Stories aus Winterhude bis darüber hinaus
Bzw. Lazay – ein Mann, ein Z im Zentrum des Wortes
Junge, Junge, das ist schon starker Tobak. Wenn den Grünen die Argumente ausgehen und sie sich für zig Millionen ihr Programm bei einer Werbeagentur einkaufen. Wenn Werbung originell und cool ist, idealerweise beides, lass ich mich ja auch gerne überzeugen. Doch mit diesem grünen Zuversicht-zusammen-Zeugs kriegt man doch kein Mäuschen hinter Ofen vorgelockt.
Lieber Bernd, ich denke auch, frische, glaubhafte, außergewöhnliche Ideen hätten die Kraft, die gerade ein schwieriges Produkte wie die Grünen braucht.
Eigentlich verwunderlich, da ich mich gerade bei Jung von Matt als sichere Nummer für aufmerksamkeitsstarke Werbe-Botschaften erinnern kann.
Besonders als Jung von Matt noch Werbung für die CDU machte.
Unvergessen, das Angela Merkel-Motiv, bei dem sie exzellente Überzeugungsarbeit für coole Hairstyles durch Sixt-Cabrios leistet.
Als professionelle Situationsanalystin gehe ich davon aus, dass gerade in einer Werbeagentur ins Straucheln geratene Produkte vorher einer exakten Analyse unterzogen werden bevor ein kommunikativer Kurs festgelegt wird. Besonders wenn es sich um eine renommierte Adresse wie Jung von Matt handelt. Die gute, alte SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats) wäre dabei mit Sicherheit hilfreich gewesen, tatsächliche Heilungsprozesse der Grünen zu erkennen und altbekannte Krankheitsbilder der Grünen erfolgreich zu therapieren.
Daraus hätte der Kurs resultieren können: Auf Stärken zu setzen, die ja grundsätzlich mal da waren. Sprich: Make Grün great again!
Oder man könnte um Verständnis für Schwächen bitten. Im Gegenzug Reue wie Demut zeigen. Und für die Zukunft Besserung geloben. Idealerweise glaubwürdig!
Oder es wären die Chancen der weltweiten Krise nutzbar. Um die Grünen als Heilsbringer einer weltweiten Zukunft zu präsentieren. Slogan: Future is now!
Doch stattdessen setzt man voll auf Risiko. Und hofft aufs Glück des Gefahrenmoments. Mit Standard-Wahlkampf-Werbung, die klar verdeutlicht: Wir machen genauso weiter wie bisher! – es kann schließlich nur schlimmer werden. Zumindest ehrlich, dieser Ansatz mit „Zuversicht. Zusammen. Zufrieden. Zweckentfremdet…“ Zu guter Letzt wäre es noch ehrlicher jene Kampagne mit dem Slogan abzuschließen: Ein Mensch. Eine Worthülse.
Liebe Maja, herzlichen Dank für dein fundiertes, ausführliches Feedback. Es macht doch immer wieder Spaß, mit Profis zu kommunizieren.
Oder wie es der grüne Kanzlerkandidat auf die Frage erklärte, warum man ihn trotz der verheerenden Grünen-Bilanz wählen sollte: „Weil wir hart dafür gearbeitet haben, dass es nicht noch schlechter gekommen ist“.
Quod erat demonstrandum: Die Grünen. Hirnspender*innen und außen dringend gesucht!
Bei der aktuellen Werbung für die Grünen sehe ich wahrlich nur durchschnittlichen Standard. Mit Tendenz zu handwerklichem Mittelmaß. Von kreativ ganz zu schweigen. Ich arbeite selber im Marketing und denke mir, vielleicht hatte die Agentur ja einfach nur keine Zeit. Oder der Kunde ist so bockig, dass die Agentur bei allen coolen Ideen einfach nur auf Granit beißt. Dafür hat sich die Agentur rein wirtschaftlich zumindest ein ordentliches Salär verdient. Laut Fokus stehen den Grünen ja immerhin 19 Millionen Werbebudget zur Verfügung. Anteilig finanziert durch die Steuerzahler*innen, bzw. außerhalb Deutschlands.
Wünsche dennoch allen Werbetreibenden ein schönes Neues!
Muchisimas gracias, Timo, die Grünen als Kunde kann bestimmt schwierig sein. Allein auf den letzten beiden Sitzungen des Bezirksamtes Hamburg Nord durfte ich neben anderen Sitzungsteilnehmern einen Grünen erleben, der mir durch seinem unbeirrtem Redezwang nicht nur mentale sondern geradezu physische Schmerzen bereitete. Dass Jung von Matt möglicherweise ähnliche Erfahrungen mit den Grünen als Kunde macht, könnte daher nicht gänzlich ausgeschlossen sein. Trotzdem glaube ich immer noch an das Gute der Agentur. Bestimmt folgt bei der JvM-Kampagne für die Grünen noch eine raffinierte Klimax-Auflösung jenes auffällig bescheidenen Werbeauftritts.
Touché! Sam, die erste Hälfte deiner headline passt hundertprozentig. Und welch‘ Ehre, mit einem Profi die Klinge kreuzen zu dürfen. In diesem Sinne: en garde!
Maria, je te remercie. Und was die zweite Hälfte meiner Headline angeht, glaube ich schon, dass JvM es zumindest probiert hat, was Besonderes für die Grünen auf die Beine zu stellen. Nicht, dass ich als ehemaliger Grün-Wähler es den Grünen wünschen würde, aber ich glaube, wenn es bei der aktuellen Wahlwerbung bleiben sollte, haben die Grünen die berechtigte Chance bundesweit unter 10% zu rutschen. „Alle für einen. Einer für alle“ geht halt nur, wenn man nicht nur an gemeinsame Werte glaubt, sondern sie auch lebt!
Also mir fällt zu Habeck eigentlich nur ein Z-Wort ein: ZNEVLOSNI!
Ein Begriff, der erscheint, wenn man die Zeichen des Lebens konsequenz rückläufig sieht. Bzw.: wenn man sich als Wirtschaftsminister vorstellen kann, dass bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören zu produzieren. Und nicht gleich insolvent werden.
Anna
Liebe Anna, es ist immer wieder von Vorteil, wenn kluge Köpfe wie du, auch zwischen den Worten, bzw. den Buchstaben lesen können. Wie mir aus streng vertraulichen Kreisen bekannt ist, könnte Piotr ZNEVLOSNI auch der Name des Kabelträger-Praktikanten des Habeckschen Küchenvideo-Drehs sein. Jener engagierten Fachkraft, die bei dem Video die Idee hatte, die Buchstaben von Roberts Freundschaftsarmband nicht als ARERELZNAK erscheinen zu lassen. Sondern rückläufig als viel bedeutungsschwangerer Wahnwitz: KANZLERERA!
Menschenskinder… bei den Grünen menschelts aber!
„Kanzler werden, Mensch bleiben.“
Ein hehrer Anspruch von Herrn Habeck, den er hoffentlich halten können wird. Denn man sollte immer Mensch bleiben, auch wenn das mitunter schwierig ist. Wird man zum Beispiel von einem Werwolf oder Vampir gebissen, hat man da wenig Mitbestimmung. Auch eine Zombie Epidemie kann das grüne Antlitz nachhaltig verändern und zu einem ChromosoMENSCHaden führen. Auf jeden Fall wünsche ich besser früher als zu spät eine gute Besserung.
Es grüßt
Mensch Meier
Mensch Meier, danke für die Aufklärung. Endlich verstehe ich die Kampagne für die Grünen. Mensch sein, heißt eben auch Schwächen haben, Schwächen zeigen oder schwach im Kopf zu sein. In diesem Sinne entschuldigt jene Kampagne natürlich alles: talentfreie Egomanie, luschenhafter Konformismus, defizitäre Feindseligkeit… Genauso das widerrechtliche Guerilla-Marketing mit dem projizierten Bündniskanzler auf dem Münchner Siegestor. Klar und eindeutig wird hier das menschliche Manko zielgerichteter, grüner Orientierungslosigkeit in den Fokus gestellt: unargumentativ, unreflektiert, respektlos. Mich würde wirklich mal interessieren, wer sich das ausgedacht und was man sich die Verantwortlichen davon versprochen haben. Wir lernen ja immer wieder gerne dazu. Jedes Feedback, jede fachliche Erläuterung, jeder Kommentar zu „Ein Mensch. Ein Wort.“ sind daher herzlich willkommen.
Oder, wie es unser aller Dichter- und Denkerfürst Johann Wolfgang von Goethe alias Dr. Faust gesagt hätte:
„Da strahlt‘ ich nun, am Siegestor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Bin blind am Aug‘, wie taub am Ohr.
Heiße Minister, heiße Doktor gar.
Und ziehe schon im zwölften Jahr‘.
Herauf, herab und quer und krumm,
meine Wähler an der Nase rum.“
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
nicht manch‘ Erleuchtung würde kund:
Aus Werbe-Firlefanz geh‘ ich hervor:
Als SIEGESTOR vom SIEGESTOR!
Werte Marthe Schwerdtlein,
herrlich, zu sehen und zu lesen, dass es in unserem Land immer noch kluge Köpfe wie Sie gibt, die gewitzt abstrahieren und im historischen Kontext ihre Meinungsfreiheit definieren. Respektive ihr Faust-Recht!
Mit Referenz auf Kollege Schiller schreit‘ ich weiter fort:
Im Sinne freudig Glockenklangs: Freund Friedrich hat das Wort:
„Zum Wahlkampf, den wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein wahres Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten…
Dann fließt die Arbeit munter fort.
So lasst uns jetzt mit Fleiß betrachten,
Was junger, matter Kraft entspringt,
Den schwachen Kopf darf man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist‘s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand!“
Daher könnt‘ ich ohne Verzagen die Vermutung wagen,
Jung von Matt wird auf der Wahlkampf-Zielgeraden
die Werbung noch mit grünem Doppel-Wumms aufladen.