Wer per pedes in der Stuttgarter City unterwegs ist, dem kann es seit Neuestem schnell passieren, per Porsche zur verheißungsvollen Zeitreise geladen zu werden.

Man muss nur am Dorotheenplatz 1 reinschauen, schon ist der Traum der Unvergänglichkeit erlebbar.

 

Traumhafte Renditen inklusive. Man bedenke: 1953 war ein Porsche 550 Spyder für schlanke 24.600 Mark erhältlich. Fabrikneu.

Heute als siebzig Jahre alter Gebrauchtwagen wird ein 550 Spyder zwischen 5,5 und 7,2 Millionen Euro gehandelt! Was beweist: gesunder Sportsgeist hat sich schon immer ausgezahlt…

 

Da wär‘ es durchaus überlegenswert, nochmal bei Opa oder Oma anzufragen, ob nicht doch noch irgendwo ein 550 Spyder in der Familiengarage rumsteht.

 

Mit der Eröffnung des weltweit ersten Porsche Brand Stores im Stuttgarter Dorotheen-Quartier wird der Welt wieder einmal vor Augen geführt, dass es bei Porsche nicht nur um Beschleunigung, Straßenlage und Höchstgeschwindigkeit geht. Sondern darum, alles so stilvoll und souverän wie möglich in der Alltags-Praxis umzusetzen.

 

Wobei es als grundsätzlicher Traum jedes Automobil-Designers gedeutet werden könnte, Träumen mittels Aerodynamik, Design und Technik einen unverwechselbaren Charakter zu geben. Um jedoch die Sprache von gestalterischer Wunscherfüllung samt visueller Identität perfekt zu beherrschen, bedarf es viel Kern-Kompetenz, Stil-Sicherheit und des letzten Semantik-Schliffs.

 

Jede Menge gesunder Zuffenhausener Atemluft natürlich vorausgesetzt. All das trägt Porsche mehr als üppig in seinen Genen. Dazu noch Auszeichnungen, Erfolgsbestätigungen, Innovationen, der Mythos des Besonderen.

So kam zum Beispiel mein Patenonkel, ein geborener, Blaublüter – und Freiherr von in den 70-ern und 80-ern gerne sonntags zu Besuch. Natürlich im Porsche. Und dass obwohl er gar keinen Führerschein besaß. Dafür kam er stets zu dritt: mit Frau plus Liebhaberin. Das heißt: entweder fuhr seine Frau. Oder die Liebhaberin – wechselte mit ihr Fahrer- mit Notsitz des orangefarbenen Boliden.

Anfang der 90-er kam noch ein Schwiegervater in spe hinzu, der dem Schwager meiner damaligen Lebensgefährtin neue 911-er in die USA vermittelte. Mir als deutlich jüngerem Schwiegersohn in Deutschland ließ Schwiegerpapa dafür die resultierende Porsche Kunden-Zeitschrift Christophorus zukommen. Super fotografiert – und ich erinnere mich – damals ausgesprochen toll geschrieben. Trotzdem: umgekehrt – ein richtiger 11-er aus echtem Zuffenhausener Alu – statt nur eine hochglanzfotografierte Illu wär‘ mir natürlich lieber gewesen.

Zählt man zu seinen persönlichen Porsche-Begebenheiten noch die über 30.000 weiteren Motorsport-Rennsiege, samt der 19 Titelgewinne bei den 24 Stunden von Le Mans, plus der vier Siege bei der Königin aller Rallyes, der Rallye Monte Carlo sowie drei gewonnene Formel 1 Konstrukteurs-Titel, so darf Porsche getrost als Leitfigur zügiger, internationaler Fortbewegung betitelt werden.

Wen wundert es da, dass Porsche als Marke keine Maxime, kein Credo und erst recht keinen banalen Werbe-Slogan braucht. Porsche selber ist schon Positionierung genug. Porsche allein ist Kopfkino. Porsche ist Faszination, Lust, Wunschtraum in einem. Und das so überzeugend, wie sonst kein anderer.

Nur Porsche ist Porsche“ wäre als Claim die einzige Ausnahme. Als neutraler, unabhängiger Image-Seismograph erlaubt sich lebalcony.de hiermit schon mal Urheberrechtsschutz für „Nur Porsche ist Porsche“ anzumelden.

 

Sam Lazay

 

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