Deutschland, 2025: KI, Infrastruktur-Zerfall, Klimasterben, Kanzlerwerden, Renteninsolvenz, Kulturdemenz… der Krisen-Themen sind genug gegeben. Doch gibt es derer noch viel mehr.

Neu! – jetzt auch: Werbung ad absurdum!

Nicht ganz auszuschließen ist hier eine möglicherweise verfehlte KI, die auch für eine Kultur-Initiative stehen könnte, in deren Auftrag ganz aktuell eine Werbe-Kampagne aus dem Hut gezaubert wurde, um für „HAMBURG WERBEFREI“ zu werben. Unterschwellig verpackt als Volksbegehren für eine bessere Stadt.

Logisch! – gerade bei kreativ Berufenen sollte gelten: In Sachen Sonder-Werbeformen grundsätzlich offen zu fahren. Neugierig auf alles, was anders und besonders ist. Neue, unentdeckte Bilderwelten, neue, unbekannte Vokabeln bilden schließlich den Reiz progressiver Kommunikation. Und wecken die Lüste zur Erkundung neuer Marketing-Lücken.

Wär‘ ja auch langweilig, immer nur irgendwelche Models mit irgendwelchen Marken-Logos zu zeigen, um Schokoschnitten, Political Correctness oder andere Begehrlichkeiten zu verkaufen. Wobei es nie verkehrt wär‘, die Werbe-Message auch zu verstehen. Ggf. nachvollziehen zu können.

Denn mögliche Zielgruppen-Repräsentanten wie ich, sehen hier nur: ein Cocktail-Schirmchen – auf frei interpretiertem Hamburg-Wappen – vor förmlicher Strichcode-Grafik.

Ja, im Sinne künstlerischer Freiheit und aufgeklärter Zukunftsdeutung kann man das sicher machen. Geneigter Betrachter könnte sich allerdings fragen, was soll uns das sagen…

Wäre hier eine Guerilla-Promotion für Sidolin Streifenfrei denkbar? Glasklar, genauso aber auch für Zewa Wisch & Weg.

Sollte möglicherweise ein Rettungschirm für nonbinäre Streifenhörnchen mit Karo-Ambitionen erkennbar sein?

Könnte in jener Grafik ein abstrahiertes Konterfei zu einer speziellen politische Gesinnung erkennbar sein?

Oder ist all die nebulöse Unklarheit mittels QR-Code auf entsprechender Website beantwortet?

Leider nicht! Auch mit Abitur samt Hochschulabschluss als Kommunikations-Designer und zig Jahren Berufserfahrung, erschließt sich mir jene Kampagne bedauerlicherweise nur als weitere Umweltverschmutzung. Hamburg hat durchaus schon genügend Probleme.

Wie hier – nur zwanzig Meter vom Mühlenkamp – wo seit Monaten eine wilde Müllkippe das Stadtbild verschandelt. Mehrmals offiziell von steuerzahlenden Anwohnern beanstandet. Die dringend erforderliche Initiative „HAMBURG MÜLLFREI“ wäre da durchaus notwendiger.

Zu vermuten ist daher, dass konzeptionell wie gestalterisch Verantwortlichen jener HAMBURG WERBEFREI-Plakate einfach zu viel anderes um die Ohren hatten. Dass sie einfach keine Zeit hatten. Um ihr Werk der Öffentlichkeit verständlich und nachvollziehbar zu präsentieren. Grundlegende Wahrnehmungs-Erkenntnisse wären sicher hilfreich gewesen. Aber es ist, wie es ist. Und Hamburg hat jetzt dadurch noch mehr tonnenweise Werbe-Dünnpfiff zu entsorgen. Merke: gerade bei Künstlicher Inkontinenz gilt: Besser vorsorgen! – als es einfach nur laufen lassen.

Das Rezepte könnten da bewährte kreative Köpfe sein. Freidenker, die auf vorteilhafte Künstliche Intelligenz setzen. Und on top auch noch über gestalterische Empathie verfügen. Damit am Ende was Ansehnliches rauskommt.

Kreuzweg der Leiden? Giftampulle gegen X? Ist das Glas halb leer oder der Gestalter schon halb voll?

Ja! – das kann weg in die Altpapiertonne.

All den ganzen unschuldigen Bäumen, die massenhaft jener überflüssigen HAMBURG WERBEFREI-Papier-Verschwendung zum Opfer fielen, ist meine aufrechte Anteilnahme gewiss. Erfüllt vom ehrlichen Mitgefühl für alle Geschädigten gelobe ich im engagierten Gegenzug so viel neue, frische Bäumchen wie möglich zu pflanzen, hegen und zu pflegen. Wünsche ein sauberes Wochenende!

 

Sam Lazay

 

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