Hamburg, Winterhude. Sam sagt danke! Denn Sam weiß eben mit großen Huldigungen und Liebesbekundungen umzugehen. Sam sieht aber auch, dass es nach vielen, wunderschönen Jahren in der bunten Welt der Kommunikation Schlimmeres gibt – als persönliche Wertschätzungen im öffentlichen Raum.
Neben exakter Zielgruppen-Eruierung kommt es aber auch auf saubere Orthografie an. Per Namens-Manifestierung auf einem Hausfassaden-Spiegel besondere Zuneigung zu bekunden, ist ganz sicher neu und überraschend:

Eine wirklich runde Sache wäre, wenn das Begehr auch korrekt geschrieben wär. Sam und viele andere bemerken den Umstand flüchtiger Kommunikation immer mehr. In der Gesellschaft, im Job, in der Unternehmens-Kommunikation, im direkten persönlichen Umfeld: die dramatischen Sprach- und Rechtschreib-Defizite im aktuellen Zeitgeschehen. Von Inhalt und kreativem Format ganz abgesehen. Mit großer Besorgnis sieht das auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die unsere immer traurigeren PISA-Studien koordiniert.
Denn Lesen ist die Basis für fast alles im Leben: Lernen, lieben, wissen und genießen. Heißt, wer eine Textaufgabe in Mathe erst gar nicht versteht, ist logischerweise auch nicht in der Lage sie zu lösen. Hedonistisch ausgedrückt: wer das Menü nicht lesen kann, kommt schwerlich nur ans Schmankerl ran.
Sehr vielen scheint es heute deutlich schwerer zu fallen, längere und komplexe Texte zu verstehen und zu verinnerlichen. Gleichzeitig wächst der Trend zum „Hasty reading“. Ein Umstand, bei dem vor allem Jugendliche Texte nur hastig überfliegen. Und dann konsequenterweise auch nicht Bezug nehmende, inhaltsleere Antworten dazu geben: „Boah, voll krass, ev, Digga!“ geht natürlich immer. Im spezifischen Diskurs beweist es sich jedoch meist als wenig förderlich.
Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz sollte das als dringendes Alarmsignal gedeutet werden. Gehen dadurch doch genau jene Fähigkeiten zurück, die sich für die Zukunftsgestaltung schon vor Galileo Galilei als besonders wichtig bewiesen haben: Informationen kritisch hinterfragen. Zusammenhänge erkennen. Eigene Standpunkte entwickeln. Und gegebenenfalls bewegende Wahrheiten entdecken. Eine mögliche Erklärung für die zunehmende Lese- und Rechtschreibschwächen sieht die OECD im veränderten Wahrnehmungsverhalten.
Das schnelle Überfliegen von Inhalten bei Instagram, TikTok und anderen Social-Media-Fast-Food-Angeboten könnte dazu beitragen, dass konzentriertes Lesen schwerer fällt. PISA kann diesen Zusammenhang bis jetzt allerdings noch nicht beweisen.
Zu gendernde Gendergegner*innen samt verordnete Rechtschreib-Vergenderungen tun da ihr übriges. Und fördern höchstens sprachschwache Legasteetrinker*innen oder gar Analphabeten*innen. Weitere Bildungsentfernte (w/m/d) eingeschlossen.
Repräsentative Umfragen konstatieren zwar, dass sich eine große Mehrheit von rund 12 bis 20 Prozent aller Deutsprachigen für das Gendern aussprechen. Inklusive gender-exemplifizierenden Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich (neudeutsch: Gender-Gap).
Die vermeintlich große Minderheit von circa 80 Prozent lehnt dagegen die schriftbild-verhunzende Verwendung von Gender-Sonderzeichen ab! Weil dadurch Texte schwerer zu lesen sind. Und als störende, sprachbehinderte Stolperfallen wahrgenommen werden.
Ein Glück, dass es lebalcony gibt:
Ein Medium, das nachweislich demonstriert, dass es in der Natur des Menschen liegt, sich an einfach, einfallsreich, exakt Geschriebenem zu erfreuen. Und sich am Ende gerne von neuen Impulsen beflügeln lässt. Daher fordert lebalcony:
Schreiben und Lesen muss Spaß machen. Denn ist ein Lächeln erst entlockt, am Ende cooles Feedback rockt.
Samantha Füchschen, stellvertretende Ressortleiterin Kognitive Befindlichkeiten
lebalcony – coole Typen und Stories aus Winterhude bis darüber hinaus
(Kleines Gewinnspiel am Rande: jeder Rechtschreibfehler, der in diesem Artikel entdeckt – und in den Kommentaren erwähnt wird, ist ein Erkenntnisgewinn mehr – einen linguistisch scharfen Blick zu haben.)
Erster Kuss. Erste Verfolgungsjagd. Zwei unvergessliche Momente.
Grün muss nicht nur für leistungsschwach stehen. Um so mehr fahr‘ ich am Sonntag gern zur Wahl.

Spannend vor allem – der Link am Ende von Orthografie zu Ornithologie.
Jawoll, lesen ist toll. Sonst würden nicht immer mehr Freunde der kultivierten Sprache und kreativer Kommunikation diesen Blog lesen.
Prädikat: besonders wertvoll!
Ich sag‘ nur Sensitiv Markante Aufmerksamkeiten. Kurz sma
Mit Legasthenie ist nicht zu spaßen.