Kitzeln macht Spaß – Gaumenkitzel um so mehr. Julia, Honey, meine wunderbare Stuttgarter Freundin, Kunst-, Kultur- und Kommunikations-Kollegin sowie Ausstellungs-Chefin des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart – nochmals Gratulation zum Avancement! – hat mir gestern im dritten Anlauf mein lang ersehntes Weihnachtsgeschenk beschert.

Die Ouvertüre aller Bemühungen Julias Leckerschmecker-G’schenk nach Hamburg zu transferieren vereitelte die Stuttgarter Flughafen-Sicherheit: Klarer Fall von Killesberger Blütenhonig Explosionsgefahr im Handgepäck.

Zweiter Versuch: DHL. Auch hier ein fulminanter Misserfolg: „Liebe DHL, viele Kunden hielten es durchaus für angemessen, wenn ihr in euren AGBs unmissverständlich zum Ausdruck brächtet, gerne Geschäfts-Adressen mit extra Lieferanten-Parkplatz, Lieferanten-Fahrstuhl und Lieferanten-Erholungs-Lounge zu beliefern. Lieferungen an private City-Adressen in dicht besiedelten Szene-Vierteln ohne zu Klingeln, irgendwo im DHL-Sammelkiosk zu deponieren, um sie anschließend wieder zurück an den Absender zu schicken, kann nicht wirklich im Interesse der ursprünglichen Lieferidee sein. Jene Prozedere scheinen dringend optimierungswürdig.

Dritter Ansatz: DHL liefert den Honig an eine der oben erwähnten Geschäftsadressen in Hamburg. Resultat: Lieferung nach fünf Wochen erhalten. DHL-rosig ausgedrückt könnte man es so sagen: „Danke, DHL, dass ihr die Vorfreude so dramaturgisch hinausgezögert habt. Jetzt schmeckt der Honig bestimmt noch besser“.

Und wie er das tut. Bienen sind ja, sagt man, sehr fleißige Tierchen. Die im Schwabenländle um so mehr. Oder wie es Ober-Imker Thaddäus Troll schon so trefflich formulierte: „Der schwäbische Erwerbssinn, verbunden mit beharrlichem Fleiß, der Hang zur Unabhängigkeit und die Fähigkeit, sich in ein Problem zu verbeißen, es von allen Seiten anzupacken, der Drang zum Sinnieren und Tüfteln , die gute Schulbildung, die Tradition feinmechanischer Genauigkeit, die pietistische Verpflichtung zur Zuverlässigkeit und Gediegenheit haben den Schwaben zum Erfinder und Unternehmer prädestiniert.“

Was für den gemeinen Schwaben gilt, müssen schwäbische Bienen doch um so mehr erfüllen. Garanten für erstklassige Lebensverfeinerungen und Synonym für Emsigkeit, Ordnung, klare Strukturen sind sie ja ohnehin schon.

Die Testergebnisse von Killesberger Blütenhonig jedenfalls beweisen, dass es Thaddäus voll auf den Punkt brachte. Toll, Herr Troll.

Wie auch sonst im Leben konkurrieren Pflanzenblüten untereinander, die auf dem Stuttgarter Killesberg besonders: Jede möchte von einer Biene bestäubt werden. Am liebsten natürlich von einer schwäbischen. Schließlich ist nur so die effiziente Fortpflanzung unserer Flora gesichert.

Die Sinneswelt der Bienen ist dabei an die verlockenden Signale angepasst, welche die Blüten aussenden: Farben, Düfte und andere Liebreize. So wissen die Bienen, wo sich die optimalen Landeplätze und damit die Nektarquellen für den guten Killesberger Blütenhonig befinden.

Kaum ist der Stuttgarter Winter vergangen, recken Krokusse, Blausternchen, Anemonen und Tulpen ihre Killesberger Köpfle ins Licht der schönen Schwabenwelt. In der warmen Jahreszeit leuchten die Killesberger Sommerblumenwiesen gleich einem bunten Killesberger Blütenmeer. Eine Augenweide in orange, rot, gelb, blau… Die schwäbischen Bienen auf dem schönen Killesberg dürfen sich über eine satte, aromatische Farbenpracht freuen.

Wen wundert daher der rundum harmonische Geschmack nuancierter Noten wie Lavendel, Akazien und einem gesundem Quantum Fleißigem Lieschen. Auch die Bäume tragen ihren Teil zum einzigartigen Bouquet des Killesberger Blütenhonigs bei: Akzente leuchtend weißer Magnolienblüten, Robinien und Birken verzaubern den Park an vielen Stellen, zum Beispiel in der Umgebung der Freilichtbühne.

Dass viele Killesberger Bienen ständig Alisane Morisette summen: „I’ve got one hand in my pocket and the other on is spooning up the Killesberger honey-pot“, kommt also nicht von ungefähr.

Bienen sind sehr lehrreiche, intelligente Wesen. Schwäbische sowieso. Da Alisane Morisette lange in der Nachbarschaft wohnte und die Schwaben samt ihrer Bienen mit regelmäßigen Open-Air-Auftritten auf dem Killesberg erfreute, bleibt bei den musisch talentierten Bienen natürlich ein Ohrwurm hängen. Über die Jahre hat sich das Phänomen der „Alisane Morisette“ summenden Bienen weit über die Grenzen des Ländles vertreitet. Ich bin mir ganz sicher, letzten Sommer auch Hamburger Bienen summen gehört zu haben:

Moin, Moin, i’ve got one hand in my pocket and the other on is spooning up the Killesberger honey-pot

Killesberger Blütenhonig muss sehr viel Traubenzucker enthalten. Schon nach dem ersten Löffelchen spüre ich die Schwabenkraft, die stets das Gute will und meist auch schafft. Gleich Endorphinen strömt es durch Körper und Geist. Die ohnehin heitere Stimmungslage versüßt sich schneller als das nahende Wochenende. Von fester bis cremiger Konsistenz präsentiert sich Killesberger Blütenhonig als verheißungsvoll aromatischer Küchenverfeinerer.

Direkt vom Löffel, aufs Brot oder für den Honigbraten. Lecker.

Ja, oben auf dem Killesberg ist die Welt noch in Ordnung. Mit einer großartigen Aussicht auf die schwäbischen Weiten genießen schwäbische Bienen während ihres Pollenfluges einen herrlichen Panoramablick auf die Schwäbische Alb, über die Festung Hohen Asperg, bis hin zum Schwäbischen Wald. Was sich unverkennbar auch im Geschmack des Killesberger Blütenhonigs niederschlägt.

Besonders emsige und erkundungsfreudige Killesberger Bienen wurden – so sagt man – selbst in Zuffenhausen, dem Stuttgarter Norden gesichtet. Dort wo sich Porsche, das schwäbische Bienen-Körble der Sportwagenproduktion, niedergelassen hat:

Setzt man übrigens die Werte einer schwäbischen Biene von durchschnittlich 0,1 Gramm Leergewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ins Verhältnis zum derzeit schnellsten serienmäßigen Porsche 911 GT2 RS, Leergewicht: 1470 kg bei 340 km/h, dann errechnet sich daraus die über 100.000-fache spezifische Leistung zu Gunsten der Biene. Ganz sicher baut Porsche die Crème de la Crème perfekter Sportwagentechnik. Nur oft ist die Natur eben noch perfekter. Und als Brotaufstrich schmeckt Killesberger Blütenhonig auch noch viel cremiger als jeder Zuffenhausener 911-er.

Killesberger Blütenhonig beflügelt. In jeder Hinsicht.

Aus dem Teststudio Hamburg Winterhude, exklusiv für lebalcony.de

Sam Lazay